Der Anis-Klumpfuß (wissenschaftlich: Cortinarius odorifer) ist eine Pilzart aus der Gattung Cortinarius. Der Name „Anis-Klumpfuß“ leitet sich von seinem charakteristischen Duft ab, der an Anis erinnert, sowie von der besonderen Form des Hutes und des Stiels. Hier eine detaillierte Beschreibung des Pilzes:
1. Hut
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Größe: Der Hut hat einen Durchmesser von etwa 4 bis 8 cm, kann aber in Ausnahmefällen auch größer werden, bis zu 13 cm.
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Form: Anfangs ist der Hut konvex, später breitet er sich aus und wird flach oder leicht niedergedrückt. Der Rand des Hutes ist zunächst eingerollt und kann sich später leicht wellen.
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Farbe: Die Hutoberfläche ist kupferbraun, graugrünlich bis rötlichbraun und schleimig.
Bei trockenen Bedingungen kann er sich jedoch auch klebrig anfühlen. Die Huthaut ist abziehbar.
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Lamellen: Die Lamellen sind ausgebuchtet angewachsen, mit vielen Zwischenlamellen. Anfangs gelbgrün bis blass oliv, später rostbraun.
2. Stiel
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Größe: Der Stiel hat eine Höhe von etwa 6 bis 10 cm und einen Durchmesser von 1 bis 2 cm. Er ist zur Basis zu einem Klumpfuss verdickt.
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Farbe und Struktur: Der Stiel ist blassgelb, bis faserig bräunlich auf der Oberfläche.
3. Geruch und Geschmack
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Geruch: Der Anis-Klumpfuß hat einen sehr charakteristischen, angenehmen, anisartigen Geruch, der auch den Namen des Pilzes prägt. Der Duft ist intensiv und erinnert in seiner intensität an den Aniszähling.
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Geschmack: Der Geschmack ist mild und leicht süßlich, was den Pilz zu einer interessanten Zutat für kulinarische Zwecke macht. Es wird jedoch empfohlen, den Pilz vor dem Verzehr immer gut zu kochen.
Der Anisklumpfuss ist in der Schweiz jedoch kein Speisepilz.
4. Fleisch
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Das Fleisch des Anis-Klumpfußes ist gelb bis blass grüngelb und fest, verfärbt sich nicht bei Verletzung. Es hat einen kräftigen Anis-Duft der zu seiner Erkennbarkeit beiträgt.
5. Ökologie und Vorkommen
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Vorkommen: Der Anis-Klumpfuß ist vor allem in gemäßigten Klimazonen verbreitet, insbesondere in Nadelwäldern, oft unter Kiefern und Fichten. Er wächst meist in humosen, kalkreichen Böden und ist sowohl in trockenen als auch in feuchteren Gebieten zu finden.
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Wachstumszeit: Die Fruchtkörper erscheinen in den Herbstmonaten, besonders von September bis November, aber auch je nach Region kann er schon im Spätsommer zu finden sein.
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Symbiose: Wie viele andere Vertreter der Gattung Cortinarius, ist auch der Anis-Klumpfuß ein Mykorrhizapilz, der in symbiotischer Beziehung zu Bäumen wie Fichten lebt.
6. Verwechslungsgefahr
Der Anis-Klumpfuß kann mit anderen Pilzen aus der Familie der Cortinarien verwechselt werden.
Der wichtigste Unterschied liegt jedoch im Geruch: Der Anis-Klumpfuß riecht stark nach Anis, während die meisten anderen Klumpfüsse keinen ausgeprägten Geruch haben.
7. Verwendung und Besonderheit
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Der Anis-Klumpfuß gilt in Deutschland als essbar und wird in einigen Regionen gerne in der Küche verwendet. Sein Geschmack, der an Anis erinnert, macht ihn in Pilzgerichten, Suppen und Saucen zu einer einzigartigen Zutat.
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Es ist jedoch wichtig, den Pilz gründlich zu kochen, da er roh unverträglich ist.
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In der Schweiz ist der Anis-Klumpfuss kein Speisepilz. Haarschleierlinge mit grünem, gelben, orangen und rotem Fleisch gelten als potenziell Giftverdächtig. Manche dieser Farbstoffe schädigen die Nieren.
Nur drei Pilze der Gattung Cortinarius gelten hier als essbar, der Reifpilz, die Schleiereule und der Ziegelgelber Schleimkopf.
Fazit
Der Anis-Klumpfuß ist ein aromatischer Pilz, der in Nadelwäldern wächst und durch seinen charakteristischen anisartigen Geruch leicht erkennbar ist.
