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Österreichische Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca)

Der Österreichische Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca) ist eine auffällige und farblich markante Pilzart aus der Familie der Sarcoscyphaceae. Er gehört zur Gattung der Kelchbecherlinge (Sarcoscypha) und ist vor allem in den Winter- und Frühlingsmonaten zu finden. Sein leuchtend rotes Hymenium macht ihn zu einem leicht erkennbaren Pilz, der bevorzugt auf feuchtem, morschem Holz wächst. 



Merkmale

Hut (Fruchtkörper)

  • Der Fruchtkörper ist becher- bis schüsselförmig mit einer meist stark gewellten Randzone.
  • Der Durchmesser liegt zwischen 2 und 5 cm, seltener bis 7 cm.
  • Die Innenseite (Hymenium) ist leuchtend rot oder scharlachrot gefärbt und glatt.
  • Die Außenseite ist weißlich bis blassrosa, fein filzig bis leicht samtig.
  • Der Rand ist oft leicht aufgesprungen oder eingerollt. 

Stiel

  • Der Stiel ist meist relativ kurz (0,5 bis 2 cm) und kann je nach Substrat in der Länge variieren.
  • Er ist weißlich bis cremefarben, oft filzig und manchmal leicht gedreht.
  • Der Stiel kann auch teilweise in das Substrat eingesenkt sein. 

Fleisch

  • Das Fleisch ist dünn, zäh-elastisch und relativ fest.
  • Es ist weißlich und bricht bei stärkerem Druck spröde.
  • Der Pilz hat keinen auffälligen Geruch oder Geschmack. 

Sporen

  • Das Sporenpulver ist weißlich

Vorkommen und Ökologie

Der Österreichische Kelchbecherling wächst saprobiotisch auf morschem, oft feuchtem Holz von Laubbäumen, besonders von Weide, Esche, Hasel und Buche. Er bevorzugt feuchte, schattige Standorte wie Auenwälder, Bachufer oder feuchte Laubwälder



Verbreitung

  • Sarcoscypha austriaca kommt in Europa, Nordamerika und Teilen Asiens vor.
  • In Mitteleuropa ist er weit verbreitet, aber nicht überall häufig.
  • Er gilt als Frühjahrs- bis Winterpilz und erscheint meist zwischen Dezember und April

Verwechslungsmöglichkeiten

  • Scharlachroter Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea): Sehr ähnlich, aber mikroskopisch unterscheidbar durch kleinere Sporen.
  • Sarcoscypha jurana: Eine seltene Art mit ähnlichem Aussehen, jedoch mit längeren Sporen.
  • Zinnoberroter Prachtbecherling (Aleuria aurantia): Wächst auf Erde statt auf Holz und hat eine andere Form. 

Essbarkeit

Der Pilz ist essbar, aber nicht besonders schmackhaft. Roh kann er Magen-Darm-Beschwerden verursachen, daher sollte er nur gut gegart verzehrt werden. Aufgrund seines zähen Fleisches wird er kulinarisch kaum genutzt. 


Besonderheiten

  • Durch seine auffällige Farbe ist er ein beliebtes Motiv für Naturfotografen.
  • Der Pilz kann als Indikator für feuchte, naturnahe Wälder dienen.
  • Er gehört zu den ersten Pilzen des Jahres und ist oft schon unter Schnee sichtbar.

Der Österreichische Kelchbecherling ist also ein faszinierender Frühjahrs- und Winterpilz, der vor allem durch sein leuchtendes Rot auffällt und in feuchten Laubwäldern an morschem Holz wächst.